Die Torbiere di Valpiana befinden sich im gleichnamigen Stadtteil in der Nähe von Valmorel, in den Belluneser Voralpen. Diese feuchte und authentische Umgebung entstand vor etwa 20.000 Jahren durch das Zurückweichen des Piave-Gletschers. Die vom Eis hinterlassenen Senken, die durch geringe Durchlässigkeit gekennzeichnet sind, haben die Ansammlung von Wasser begünstigt. Unter diesen Bedingungen führte die langsame Zersetzung der Vegetation zur Bildung von Torf.
Das Gebiet, ideal um die Natur in völliger Stille zu beobachten, ist in drei Zonen unterteilt: die Wälder und Sträucher von Nantei, das tiefe Torfgebiet Centrale und die feuchten Wiesen von Nice.
Die Torfgebiete sind als Gebiet SIC (Site of Community Importance) aufgrund ihres hohen floristischen Wertes anerkannt. Das Ökosystem beherbergt tatsächlich eine bemerkenswerte Vielfalt an Pflanzen, darunter den Wasser-Klee und zehn verschiedene Arten von wilden Orchideen, wie die rare Orchis ustulata. Die Fauna ist ebenso reichhaltig und umfasst Insekten, Amphibien - darunter gleich drei Arten von Molchen - Reptilien, Säugetiere und einige bedrohte Zugvogelarten wie den Re di Quaglie. Zu den größeren Säugetieren zählen Rehe und Gämsen, die in den frühen Morgenstunden oder bei Einbruch der Nacht recht häufig zu beobachten sind.
Der Schutz des Gebiets sieht Maßnahmen wie die regelmäßige Mahd vor, um das Gleichgewicht des Bodens zu erhalten. In der Zone von Nantei wurden außerdem ein Zaun errichtet, um das Feuchtgebiet vor Nutzvieh zu schützen, ein alternativer Trinkpunkt sowie eine Brücke für die naturkundliche Beobachtung auch zu Unterrichtszwecken.