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Eröffnung der Ausstellung "Die Malerei als Sprache des Geistes"

Cadore - Tre Cime - Comelico 5. September 2026 14:00

Ort: Galleria d’Arte "Romano Tabacchi", Pieve di Cadore

Cadore - Tre Cime - Comelico
Eröffnung der Ausstellung "Die Malerei als Sprache des Geistes"

Prof. Michele Tison wird einen einführenden Vortrag zur Ausstellung halten und daran erinnern, dass die Galleria Romano Tabacchi in der Via Arsenale 1 in Pieve di Cadore eine Gruppenausstellung beherbergt, die von der Vereinigung Pigmenti di Belluno gefördert wird, einem Unternehmen, das seit Jahren Aktivitäten zur Forschung und Ausbildung über die Beziehungen zwischen Neuroästhetik, visuellen Sprachen und künstlerischen Praktiken entwickelt.

Die Galerie, die kürzlich dem kulturellen Leben des Gebiets als Raum für Experimente und den Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und dem historischen Kontext des Cadore zurückgegeben wurde, ist der ideale Ort, um ein Projekt zu präsentieren, das die Malerei als Wissensform ins Zentrum stellt.

Die Idee, die das Projekt leitet, ist einfach und zugleich radikal: die Malerei hat eine eigene Grammatik, die aus Farbe, Materie, Geste, Rhythmus, Licht, Transparenzen, Dichte und räumlichen Beziehungen besteht. Noch bevor sie etwas darstellt, konstruiert sie Bedeutungen durch diese grundlegenden Elemente.

Genau diese Auffassung von der malerischen Sprache, die auch durch zeitgenössische Studien über die Funktionsweise der visuellen Wahrnehmung und Kognition unterstützt wird, bildet die Grundlage der Forschung der Vereinigung Pigmenti.

Die ausgestellten Werke - viele von ihnen großformatig - versuchen daher nicht, eine Geschichte zu erzählen oder ein erkennbares Motiv zu beschreiben. Vielmehr laden sie den Besucher ein, die Malerei selbst zu erfahren und lassen es zu, dass Farbe, die Beschaffenheit der Oberfläche, die Bewegung des Strichs und die Kraft des Gestes Emotionen, Reflexionen und innere Bilder erzeugen.

Obwohl sie einen gemeinsamen theoretischen Boden teilen, entwickelt jeder Künstler eine persönliche und erkennbare Sprache, die zeigt, wie eine rigorose Forschung äußerst unterschiedliche, kohärente und authentische Ergebnisse hervorbringen kann.

Ein Weg zwischen Gestus, Materie und Vision Die Ausstellung entfaltet sich wie eine Reise durch verschiedene Möglichkeiten der malerischen Sprache.

Einige Werke schaffen weite Atemräume durch leichte Lasuren, transparente Flächen und große Kurven, die scheinen, über die Ränder der Leinwand hinaus zu expandieren. Die Blau- und Grüntöne dialogisieren mit dem Weiß in einer ständigen Schwingung zwischen Tiefe und Oberfläche und suggerieren innere Landschaften, Bewegungen von Wasser oder Luft, ohne sie jemals direkt zu beschreiben.

Die Malerei wird so zur Erfahrung des Fließens, der Kontinuität und der Transformation. Andere Arbeiten hingegen verlassen sich auf die Spannung zwischen Füllungen und Leeren. Große stille Flächen werden von wenigen wesentlichen Zeichen durchzogen, als wären sie Spuren einer ursprünglichen Schrift.

Hier wird die Abstraktion zu einer Form der Intensität: jede Linie, jede Unterbrechung, jedes Gleichgewicht zwischen Licht und Schatten erhält einen meditativ-erfüllenden Wert, der eine metaphysische Dimension anruft.

Es gibt dann Werke, in denen die Farbe sich in tiefen, fast mineralischen Flächen verdichtet, wo die malerische Materie die Zeit zu halten scheint. Dunkle Töne durchzogen von plötzlichen leuchtenden Akzenten schaffen schwebende Bilder, in denen das Licht langsam aus dem Schatten wie Erinnerung oder Offenbarung auftaucht.

Neben der Abstraktion findet auch eine Malerei Raum, die, obwohl sie eine starke gestische Freiheit bewahrt, das menschliche Gesicht aufblitzen lässt.

In den großformatigen Porträts wird das Motiv nicht fotografisch beschrieben, sondern tritt durch Schichtungen, Radierungen und schnelle Zeichen aus der Materie hervor.

Das Gesicht wird so zum Ort, an dem Innenleben und Emotion direkt in der Malerei Gestalt annehmen. Schließlich erscheinen Werke, in denen der Bezug zur Landschaft erkennbar, aber tief transformiert bleibt.

Berge, Eis, Horizonte und Reflexionen auf dem Wasser sind nicht einfach natürliche Ansichten: sie werden zu essentiellen Strukturen des Blicks, Gelegenheiten, das Verhältnis zwischen Wahrnehmung, Erinnerung und der Konstruktion des Bildes zu erkunden.

In allen Werken tritt eine gemeinsame Überzeugung zutage: die Malerei ist keine Sprache der Vergangenheit, sondern ein Instrument, das immer noch in der Lage ist, unsere Art zu sehen und zu denken zu hinterfragen.

In einer Zeit, die von der Geschwindigkeit der digitalen Bilder dominiert wird, verlangen diese Leinwände Zeit, Aufmerksamkeit und Präsenz und geben dem malerischen Gestus seine Fähigkeit zurück, Erfahrung zu produzieren.

Die Ausstellung stellt somit nicht nur eine Gruppenausstellung dar, sondern das Ergebnis einer gemeinsamen Forschung, die künstlerische Praxis, theoretische Reflexion und das Studium der Wahrnehmungsprozesse miteinander verwebt.

Eine Einladung, die Malerei nicht einfach als Darstellung der Realität zu betrachten, sondern als eine der tiefsten Sprachen, durch die der Mensch weiterhin die Welt und sich selbst erkundet.

Freier Eintritt ohne Reservierung.

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