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Der Band Ritratti al dettaglio. Venezia e dintorni 1500-1575 wurde im Oktober 2025 veröffentlicht, wenige Monate nach dem Tod des großen Wissenschaftlers.
Mit seinem letzten Werk wollte Augusto Gentili eine historiografische Lücke schließen, die, wenn man darüber nachdenkt, ziemlich offensichtlich ist: die Abwesenheit eines Bandes in der Geschichte der Studien, der den venezianischen Portraits des 16. Jahrhunderts gewidmet ist.
Das Buch rekonstruiert die vergessenen Geschichten von Männern und Frauen auf der Grundlage der Zeichen und Signale, die die Maler weise auf der Leinwand verteilt haben.
Das Detail enthüllt dann seine ganze Kraft: Es ist der Hebel, aus dem private Ereignisse, manchmal tragische, hervorgehen, die sich mit dem höheren Bereich der Geschichte vermischen, konfliktreiche Familienverhältnisse, unvergessliche Liebesgeschichten oder unerschöpfliche Melancholien, die das Schicksal dieser Figuren für immer geprägt haben.
In einigen glücklicheren Fällen tritt auch der Name aus dem Detail hervor, wie derjenige, der schließlich dem Kapitän von Carpaccio wiedergegeben wurde.
Indem wir einige dieser Geschichten nachzeichnen, werden wir Augusto Gentili, diesen vergessenen Protagonisten und der Kunstgeschichte als humanistischer Disziplin Tribut zollen.
Valentina Sapienza lehrt Geschichte der modernen Kunst an der Universität Ca’ Foscari in Venedig, wo sie das Centro Studi RiVe (https://www.unive.it/pag/41456) gegründet hat und leitet, das der figurativen Kultur der venezianischen Renaissance gewidmet ist.
Ihre Forschungstätigkeit konzentriert sich auf die venezianische Malerei der Renaissance, mit besonderem Augenmerk auf die Beziehung zwischen Bildern, Kontext und religiösem Denken, der Ausbildung in den künstlerischen Berufen und der Geschichte der Auftraggeber.
Sie ist Autorin zahlreicher Essays über die wichtigsten venezianischen Maler des 16. Jahrhunderts (Tintoretto, Tiziano, Leonardo Corona, Palma il Giovane …) und hat die Monografie La chiesa di San Zulian in Venedig im 16. Jahrhundert (École française de Rome, 2018) veröffentlicht und zusammen mit Anna Bellavitis den Band Apprenticeship, Work, Society in Early Modern Venice (Routledge, 2023) herausgegeben und geschrieben.
Im Dezember 2026 wird ihr letzter Band Leonardo Corona (ca. 1552 – 1596), pittore delle Sette Maniere (Il Prato) erscheinen.
Darüber hinaus hat sie zusammen mit Anna Bellavitis und Frédéric Kaplan das internationale Forschungsprojekt ANR-FNS GAWS co-geleitet. Garzoni: Apprenticeship, Work and Society in Early Modern Venice, 15th-18th centuries.
Derzeit koordiniert sie das Projekt L’arte per le arti. La committenza artistica delle corporazioni veneziane: XV-XVIII secolo.
Fondazione Centro Studi Tiziano e Cadore
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