In der Nähe von San Pietro in Tuba, in Valmorel, stand eine majestätische jahrhundertealte Linde von 250–300 Jahren. Sichtbar von der alten Straße Valpiana und erfasst unter den denkmalgeschützten Bäumen der Provinz Belluno, ist das Exemplar von Tilia cordata Miller lange Zeit ein beliebtes Symbol der lokalen Gemeinschaft und von Dino Buzzati gewesen.
Es wird erzählt, dass der Schriftsteller unter dieser Linde verweilte, um zu meditieren und sich seinen Projekten zu widmen. Der Ort stellte für ihn einen Raum des Friedens und der Gelassenheit dar, als Beweis für die tiefe Verbindung mit der bellunischen Natur. Der Überlieferung nach fand Buzzati hier Inspiration für das Schreiben von I Miracoli di Val Morel.
Der alte Baum hatte ein schicksalhaftes Ende: Im Jahr 2015 wurde er von einem Blitz getroffen und dann von heftigen Sommerwinden geschädigt, sodass er gefällt werden musste. Heute liegen seine Überreste auf dem Boden und erscheinen wie eine natürliche Skulptur, ähnlich einem Oktopus mit langen Tentakeln, und erinnern an die fantastische Vorstellung von Buzzati. Neben den Überresten der alten Linde setzt ein junger Lindenbaum seine Geschichte fort.