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Und dann?!

Valbelluna 19. September - 11. Oktober 2026 09:00

Ort: Palazzo delle Contesse, Borgo Valbelluna

Valbelluna
Und dann?!

Nasser Teymourpour ist ein anglo-iranischer multidisziplinärer Künstler, der in Italien lebt und dessen Praxis die Schnittstelle zwischen konzeptioneller Kunst, Materialität und gelebter Erfahrung in einen Raum der Reflexion über Macht, Gewalt, Erinnerung und Körper verwandelt. Er hat Industriedesign in Teheran studiert und anschließend Szenografie an der Universität für Angewandte Kunst in Wien (Die Angewandte), und hat im Laufe von fast fünfundzwanzig Jahren künstlerischer Tätigkeit eine geschichtete und autonome visuelle Sprache entwickelt. Seine Teilnahme an der ersten und zweiten Ausstellung für konzeptionelle Kunst im Museum für zeitgenössische Kunst in Teheran, zusammen mit acht Einzelausstellungen und zahlreichen Gruppenausstellungen in Europa und im südwestlichen Asien, spiegelt eine ständige Forschung zu konzeptionellen und prozessualen Praktiken in der zeitgenössischen Kunst wider.

In seiner Arbeit ist Materie nie nur ein Ausdrucksmittel, sondern wird zu einem Raum, in dem Bedeutung erzeugt, erodiert, disloziert und transformiert wird.

Dieses Projekt basiert auf der Idee, dass Kunst, neben der Darstellung oder Reflexion sozialer und politischer Realitäten, selbst zu einem Spannungsfeld, einer Intervention und Neudefinition werden kann. Politische und soziale Fragen treten in die Werke über den Prozess, die Materie, die Wiederholung, die Entfernung, den Zusammenbruch und manchmal durch eine fast obsessive Konzentration auf die Form selbst ein. Was als zentral hervorgeht, sind nicht nur die Ereignisse, sondern die Mechanismen, durch die Wahrnehmung produziert, orientiert und stabilisiert wird.

In diesem Ansatz präsentieren sich Krieg, Migration, Unterdrückung, Geschlecht, Körper und kollektive Erinnerung nicht als getrennte Themen, sondern als verflochtene Schichten, durch die Unterschiede zwischen gelebter Erfahrung, alternativem Diskurs, Mikro-Erzählungen und offiziellen oder dominierenden Narrativen sichtbar werden. Die Bilder schwanken hier zwischen Form und Dokument; sie werden zu Konfliktzonen, in denen Worte, Symbole und sogar Materialien ihre Stabilität verlieren und in einen instabilen und intertextuellen Zustand eintreten.

Die Ausstellung umfasst ein multidisziplinäres Korpus, das Malerei, Zeichnung, Druck, Animation, Performance und Installation durchläuft, alles Praktiken, die der konzeptionellen Kunst zuzurechnen sind. In vielen dieser Medien ist der Herstellungsprozess ein untrennbarer Teil der Bedeutung des Werkes. Erosion, Zerstörung, Wiederholung und materielle Transformation sind keine einfachen formalen Strategien, sondern reflektieren die Bedingungen, auf die sich die Werke beziehen.

Letzten Endes versucht dieses Projekt, einen Riss in die stabilisierten Narrative zu öffnen; einen Raum, in dem der Betrachter sich nicht mit endgültigen Antworten konfrontiert sieht, sondern mit einem suspendierten Zustand von Wahrnehmung, Erinnerung und Bedeutung.

Eröffnung 19. September um 17:30 Uhr

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