Die eindrucksvolle Kirche Santa Caterina in Dont beherbergt ein Konzert, das einem der außergewöhnlichsten Kapitel der Geschichte der europäischen Musik gewidmet ist.
Das Publikum ist eingeladen, eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert in Dresden zu unternehmen, als die sächsische Hauptstadt als eines der wichtigsten Musikzentren des Kontinents galt. Hier trafen sich Musiker aus Italien, Frankreich und Deutschland und sorgten für eine lebendige, kosmopolitische und außergewöhnlich kreative Kulturszene.
Der sächsische Hof war berühmt für die Qualität seiner Instrumentalisten und den Reichtum der Musikantin. Die Kurfürsten von Sachsen luden einige der besten Komponisten und Virtuosen ihrer Zeit nach Dresden ein und verwandelten die Stadt in ein künstlerisches Labor, in dem verschiedene Sprachen, Stile und Traditionen aufeinandertrafen.
In diesem Kontext wirkten Persönlichkeiten wie Johann Georg Pisendel, ein außergewöhnlicher Geiger und Konzertmeister des Hoforchesters, Antonio Vivaldi, der intensive künstlerische Beziehungen zu Dresden pflegte, Francesco Maria Veracini, Louis Marchand und zahlreiche andere Musiker, die dazu beitrugen, das Gesicht der europäischen Musik des 18. Jahrhunderts zu prägen.
Auch Johann Sebastian Bach interessierte sich für diese Realität und hielt Kontakte zu verschiedenen Musikern am Hof.
Das Programm des Konzerts rekonstruiert dieses außergewöhnliche Geflecht kultureller Einflüsse, indem es Werke von italienischen, französischen und deutschen Komponisten abwechselt.
Die Kompositionen belegen, wie die Musik eine Sprache war, die geografische Grenzen überwindete, indem sie französische Eleganz, italienische Gesanglichkeit und deutschen kontrapunktischen Ernst in einen neuen, raffinierten und fantasievollen Stil vereinte. Der Dialog zwischen Violine und Orgel ermöglicht es, die gesamte Vielfalt dieses Repertoires zu erfassen, das aus virtuosen Passagen und großem Klangreichtum besteht.
Interpreten des Abends sind die Geigerin Sue-Ying Koang und der Organist Vincent Bernhardt, international geschätzte Musiker für ihre Tätigkeit im Bereich der Alten Musik und der historisch informierten Aufführung.
Durch sorgfältige Studienarbeit mit Quellen und Originalinstrumenten bieten sie eine Interpretation des Repertoires an, die Frische, Gleichgewicht und Authentizität zurückgibt und das Publikum dem Klang näher bringt, den diese Werke zur Zeit ihrer Komposition haben konnten.
Ihr musikalischer Dialog hebt die raffinierte Schreibweise der Komponisten und die ständige Suche nach einem Gleichgewicht zwischen technischer Brillanz und Ausdruckskraft hervor.
Wie bei den anderen Veranstaltungen des Festivals bietet auch dieses Konzert die Gelegenheit, das historische und künstlerische Erbe des Val di Zoldo neu zu entdecken.
Die Kirche Santa Caterina, mit ihrer intimen Atmosphäre und ihrer Verbindung zur Geschichte der lokalen Gemeinschaft, wird Teil des Hörerlebnisses.
Die Architektur, die Akustik und der landschaftliche Kontext tragen zur Schaffung einer Umgebung bei, in der die Musik ihre ursprüngliche Dimension zurückgewinnt, fernab der zeitgenössischen Konzertsäle und tief verbunden mit den Orten, für die viele ihrer Werke konzipiert wurden.
An diesem Termin teilzunehmen bedeutet, sich auf einen Weg zu begeben, der durch das Europa des 18. Jahrhunderts führt, ohne sich von den Dolomiten zu entfernen.
Die großartige Musik des sächsischen Hofes trifft auf die Schönheit des Val di Zoldo und schafft ein Erlebnis, das Kultur, Geschichte und Landschaft verbindet.
Eine Gelegenheit, zu entdecken, wie die kleinen Dörfer der Berge zu bevorzugten Orten des Austauschs mit einem musikalischen Erbe werden können, das auch heute noch berührt und die außergewöhnliche Vielfalt der europäischen Zivilisation erzählt.
Der Eintritt ist frei.